TRAILER

Eine Bretonische Liebe

Drama, Frankreich 2017, 100 min

Eher zufällig, als die eigene Tochter nämlich hochschwanger ist und eine Risikoschwangerschaft aufgrund erblicher Krankheit ausgeschlossen werden soll, erfährt der 45-jährige Erwan (François Damiens), dass er mit seinem Vater überhaupt nicht verwandt ist. Für den gestandenen Bombenentschärfer ist das ein emotionaler Volltreffer. Misstrauisch mustert er Bastien, den er mehr als vierzig Jahre für seinen Vater hielt, während er zeitgleich die eigene Tochter Juliette agitiert, endlich zu verraten, von wem sie schwanger ist. Im Nachbarort entdeckt eine Detektei Joseph Levkine (André Wilms), jenen Mann, der einst mit Erwans Mutter ein Verhältnis hatte. Seinen leiblichen Vater beginnt der verwitwete Bombenspezialist nun zu beobachten, traut sich jedoch nicht ihn anzusprechen. Später begegnet er auch Levkines Tochter; Anne (Cécile de France), nicht unattraktiv, Eins vierundsiebzig, sie hat bei der ersten Verabredung Kondome dabei, jedoch keine Ahnung, dass Erwan gar nicht der neue Sozialpfleger von ihrem Herrn Papa ist, sondern ihr Halbbruder. Erwan befindet sich in einer hübschen Zwickmühle. Er ist quasi mit dem Fuß auf die Mine getreten, es hat Klick gemacht. Nun wird es Zeit für das Räumkommando…
Ein paar ordentliche Ladungen hat die Regisseurin Carine Tardieu hier im bretonischen Sand vergraben. Ihre Aufstellung handelt von vier Vätern, einer als Zorro verkleidet, und von zwei Töchtern, Pardon, von dreien, eine davon kommt kurz vorm Finale zur Welt. Ferner ist die Rede von Nähe und Lüge, von Vertrauen und von der Zeit, die es braucht, um Bomben zu entschärfen und Vaterschaften anzuerkennen. Die Bretonen sind da ein pragmatisches Völkchen, wenn sie mit dem Befund beim Arzt nicht zufrieden sind, gehen sie einfach zum nächsten Arzt. Oder wie Anne…, sie stürmt mit dem Gentest ins reservierte Hotelzimmer, wo sie Erwan als Bruder in die Arme schließen oder endlich über ihn herfallen will.
Alpa Kino