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Don't Worry, weglaufen geht nicht

Drama/Komödie, USA 2017, 113 min

Seltsam; als John Callahan (Joaquin Phoenix) an diesem Morgen aufwachte, hatte er nicht wie sonst einen fürchterlichen Affen. Die Erklärung war simpel. Er war noch vollkommen betrunken. Kein Grund also, es nicht am selben Abend mit seinem Buddie Dexter (Jack Black) wieder ordentlich krachen zu lassen. Als John am folgenden Morgen aufwacht, hat er die fürchterlichste Nacht seines Lebens hinter sich. Er liegt querschnittsgelähmt auf der Intensivstation und es ist weit und breit kein Schluck greifbar, um den Kater zu verjagen. Der 21-jährige passionierte Alkoholiker ist ziemlich angepisst. Seine Genesung geht sofort auf Schlingerkurs, als er betrunken aus dem Rollstuhl purzelt. Einzig sein schwarzer Humor und die Gegenwart der Therapeutin Annu (Rooney Mara) erheitern sein griesgrämiges Gemüt. Mit Donnies (Jonah Hill) Hilfe lenkt er seinen Weg in Richtung einer illustren Selbsthilfegruppe. Und entdeckt dort sein Talent für absurde Kritzeleien. John sieht den Menschen an, was sie gern loswerden würden. Wenn sie den Mut dazu hätten. Er traut sich, ihnen die bitteren Wahrheiten in den Mund zu legen; John malt Comics. Plötzlich füllt sich die morgendliche Leere mit Tatendrang.
Regisseur Gus Van Sant trug das Script zu diesem Film viele Jahre mit sich herum. Quasi seitdem er John Callahams herrliche Zeichnungen zum ersten Mal in einer Zeitung sah und sich täglich auf Nachschub freute. Die Rechte an Callahams Lebensbetrachtungen hatte einst Robin Williams erworben, und Robin und Gus wollten eine fluffige Komödie aus seinem Leben stricken. Erst nach Williams Tod und der Fokussierung auf Callahams Unfalltrauma gelang van Sant dieser bissige Unterton. Der jenem Cartoon entspringt, wo die drei Sheriffs in der Wüste vor einem leeren Rollstuhl stehen und einer sagt: «Don't worry, He won't get far on foot».
Alpa Kino