Yuli

Drama, Spanien/Großbritannien/Kuba/Frankreich 2018, 110 min

Große Begabung und große Begeisterung müssen nicht unbedingt einhergehen. Yuli jedenfalls hält nichts davon, dass sein Vater ihn in die Ballettschule stecken will. Doch Vater Pedro, selbst Enkel einer Sklavin, sieht den sozialen Aufstieg und zwingt den Jungen dazu. Obwohl Yuli sich sträubt und immer wieder für Ärger sorgt, wird er unter seinem richtigen Namen - Carlos Acosta - zum großen Ballettstar.
Die spanische Regisseurin Icíar Bollaín hat zusammen mit ihrem Mann und Drehbuchautor Paul Laverty ein Biopic kreiert, das auf die Autobiografie des kubanischen Tänzers Carlos Acosta zurückgeht. Verkörpert wird er dabei in seiner Kindheit und dem frühen Erwachsenenalter von zwei Schauspielern und Tänzern, die vor allem den Kampf mit seinem Talent und die wechselhafte Beziehung zum Vater darstellen. Umrahmt werden diese Spiel- von tänzerischen Szenen, in denen Acosta selbst sowie ein Tänzer seines Ensembles Acosta Danza als Yuli auftreten. Das klingt anstrengend, ist aber eine angenehme Abwechslung. Denn: Neben Tanzfreunden kommen beim Film auch an Kuba Interessierte zu ihrem Recht, begleitet er doch eine kubanische Familie fast 40 Jahre lang - von der Zeit des Sozialismus und der Unterstützung durch die Sowjetunion über die Jahre nach deren Zusammenfall und die Flüchtlingswelle von 1994, bei der viele mit Booten Richtung USA flohen, bis hin zur Zeit der Konsolidierung. Spartenkino mit Potenzial.
Nadine Faust