Greta

Drama, Irland/USA 2018, 98 min

Frances findet eine Handtasche in der Subway, die offensichtlich einer älteren Lady gehört. Ihre Freundin rät ihr, die Dollar gemeinschaftlich auf den Kopf zu hauen, aber Frances ist eine ehrliche Haut und bringt die Tasche der rechtmäßigen Besitzerin nach Hause. Die elegante kontinentale Witwe Greta ist sehr dankbar und überschüttet die junge Frau mit Aufmerksamkeiten. Eine Freundschaft entsteht, zwei einsame Frauen scheinen sich gefunden zu haben. Greta leidet unter dem Auszug ihrer Tochter, Frances unter dem Verlust ihrer Mutter. Bald gibt es Candle-light-Dinner, kultivierte Gespräche und Klaviersonaten. Gerade als es am schönsten ist, entdeckt Frances in Gretas Anrichte eine Kollektion identischer Handtaschen. Köder, die Greta offensichtlich gezielt auslegt… sie entpuppt sich als beinharte Stalkerin und Frances ist schon bald auf der Flucht - mit zweifelhaftem Erfolg.
Regisseur Nil Jordan inszeniert »Greta« im Stil der 1980er/90er Jahre als B-Movie in der Tradition von »Eine verhängnisvolle Affäre« oder »Dressed to kill«. Viel Suspense findet statt, die beiden Hauptdarstellerinnen brillieren. Chloë Grace Moretz bewegt sich auf Augenhöhe mit der großen Isabelle Huppert, die als Greta alle Register zwischen menschlicher Wärme und abgefeimter Kaltschnäuzigkeit zieht und die komplexesten Gefühle mit einem Lidschlag auszudrücken vermag.
Grit Dora