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Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Action, USA 2019

Nur noch wenige Monate, ja Wochen, trennen uns vom großen Wahlspektakel in Sachsen. Allen voran steuert die SPD auf ihr Projekt 5% hin, in sich aber noch vollkommen uneins, wer diese ehemalig bekannte Gruppierung anführen soll. Und da taucht das Wort: Doppelspitze auf! Doch man sollte nicht zu anderen Parteien schielen, sondern ins Kino gehen! Denn auf der großen Leinwand zeigen Hobbs & Shaw, was ein echtes Powerduo drauf hat! Dwayne Johnson und Jason Statham sind die neuen, furiosen Mel Gibson und Danny Glover, Bud Spencer und Terence Hill, Siegfried und Roy - also ein echtes Buddy Movie Team. Flotte Sprüche, flinke Fäuste und Testosteronüberschuss, dass an den Wänden Bärte wachsen! So wie es die ganze »Fast and Furious« Reihe schon immer, also seit 2001, darbietet. Als Regisseur ist David Leitch verpflichtet worden, dessen jüngste Werke zweifellos eine passende Richtung einschlugen: »John Wick«, »Atomic Blonde« und »Deadpool 2«.
Mit dem aktuellen Spin-Off hat man zwei Charaktere verpflichtet, die zwar in vergangenen Filmen mitgespielt haben, aber nicht wirklich zur „Familie“ um Vin Diesel alias Dominic „Dom“ Toretto, gehören. Secret-Service-Agent Luke Hobbs und Ex-Elitesoldat Deckard Shaw verlassen also die Pfade von Autorennen mit aufgemotzten Karren und knapp bekleidetet Damen und widmen sich dem Retten der Welt. „Weniger albern, dafür aber […], düsterer und realistischer“, soll es werden, laut Statham. So ähnlich klingen auch aktuelle Wahlprogramme, aber sowohl dort als auch in der Filmwelt ist große Skepsis bei solchen Aussagen angebracht. Da, wo die einen die dunkle Bedrohung von Rechts und die dicke Luft von oben ausmachen, stehen dem samoanischen Hühnen und seinem britischen Kickerfreund, fiese Söldner, geschickte Cyberkriminelle und allen voran der Terrorist Brixton (Idris Elba) gegenüber. Und eben jener ist nicht nur superklug und megaböse, sondern auch noch ein genetisch und kybernetisch aufgemotzter Supersoldat! Das klingt jetzt nicht gerade nach Realismus a la „Polizeiruf 110“, sondern eher nach wilden Schießereien, bei denen die Munition nie ausgeht, nach Verfolgungsfahrten, bei denen keine Umweltplakette zählt und Stunts, die sich einen Dreck um Physik und menschliche Physiognomie kümmern. Doch genug der wohlklingenden Akkumulationen und ab ins Kino, wo sich Fleischberge duellieren und das Unmögliche zum Dauerzustand wird.
Pinselbube