Der König der Löwen
Es gibt keinen Film, den ich so gut mitsprechen kann wie »Der König der Löwen«. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich den Film so oft im Kino gesehen habe, sondern an der Art und Weise, wie meine Eltern mich 1997 darüber hinweg trösteten, dass ich ihn nicht im Kino sah: einer Kassette. Der Film lief als Hörbuch rauf und runter. Der elterlichen Regierung bluteten die Ohren. „Wenn ich König bin… was bist'n dann du? „Der böse Onkel!?“ oder “Verzeih mir, dass ich vor Freude nicht in die Luft springe, ich hab’s im Kreuz, weißt Du!“ So sehr ich also der Realverfilmung entgegenfiebere, es graut mir vor den neuen Texten. Sicher sehr zur Freude meiner Sitznachbarn im Kino, denn um die kleinen Änderungen in den Dialogen wissend, werde ich einfach die Klappe halten und nicht mitplappern.
Wem ich die Geschichte noch erklären muss, der hat die letzten zwanzig Jahre verpennt. Oder gar die letzten 410, denn »Der König der Löwen« basiert lose auf Hamlet. In beiden Geschichten wird der König vom eigenen Bruder getötet und dessen Sohn sühnt den Tod erst, nachdem dem Prinzen der Geist des Vaters erscheint. Das Original kam selbstverständlich ohne Elton John-Songs, laktoseintolerante Warzenschweine und Elefantenfriedhöfe aus. Wer die Chance hat, sollte sich den Film im Original ansehen: James Earl Jones, DIE Mufasa-(und Darth Vader)-Stimme, kommt zurück. Beyoncé als Nala - Ja, bitte! Zuletzt eine kleine Karaoke-Hilfe für die ersten Sekunden, damit ihr nicht wie ich falsch „Naaaa Tsnwinjaaa magadi badaba“ rausbrüllt: „Nants ingonyama bagithi Baba (Da kommt ein Löwe, Vater)“. Gern geschehen.
Viktoria Franke
Buch: Jeff Nathanson, Irene Mecchi, Jonathan Roberts, Linda Woolverton nach einer Geschichte von Brenda Chapman
Regie: Jon Favreau
Kamera: Caleb Deschanel
Musik: Hans Zimmer
Produktion: Fairview Entertainment, Walt Disney Pictures, Jon Favreau, Karen Gilchrist, Jeffrey Silver, David H. Venghaus Jr., John Bartnicki, Debbi Bossi
Bundesstart: 17.07.2019
Start in Dresden: 17.07.2019
FSK: ab 6 Jahren