So wie du mich willst

Drama, Frankreich 2019, 102 min

Als betrogene Ehefrau tappt die Universitätsprofessorin Claire Millaud (Juliette Binoche) in ihre eigene Falle, wenn sie sich nach einer glücklosen Liebelei mit einem jüngeren Mann ein falsches Profil im Internet zulegt, ihr Alter halbiert und fremde Fotos einstellt, um dem Typen nachzustellen, der sie gerade sitzen ließ. Bereits Claires Ehemann verließ sie für eine Jüngere, und auch Ludovics (Guillaume Gouix) Verschwinden signalisiert der Fünfzigjährigen eine gewisse Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Während sie sich noch zurechtbiegen möchte für den einen Kerl, erregt sie, besser gesagt ihr Avatar Clara, die Aufmerksamkeit eines anderen Mannes. Der Fotograf Alex (François Civil) beginnt einen flotten Chat mit der jungen Modepraktikantin und bringt damit Frau Professor in eine arge emotionale Bedrängnis. Bald genügt es Claire nicht mehr allein davon erregt zu sein, in der virtuellen Haut einer Zwanzigjährigen zu stecken, sie begehrt nach einer Fortsetzung ihrer stundenlangen Gespräche am Telefon, auch im realen Leben. Ganz zu schweigen vom Sex. Alles um sie herum beginnt zu verschwimmen, aus der verliebten Euphorie erwächst ein Zwiespalt, den sie mit ihrer Ärztin in intensiven Therapiesitzungen gerade zu rücken sucht. Auch hier erfährt sie Erwartungen an ihr Selbst und möchte diesen gern entsprechen, doch mehr und mehr verläuft sie sich in möglichen Auswegen. Regisseur Safy Nebbou benutzt diese Ambivalenz, um seinem Film ein lästiges Happy End zu ersparen. Seine Geschichte möchte er in ihrem Fortgang nach mehreren Seiten hin öffnen. Ganz so, wie es der Zuschauer will, mag er seiner Geschichte mit Clara und Alex einen Ausgang hinzufügen.
Alpa Kino