Es gilt das gesprochene Wort

Drama, Deutschland 2019, 122 min

Eine Pilotin, vier Männer, eine Standesbeamtin und das pralle Leben. So in etwa könnte die Kurzfassung des Filmes über zwei Menschen lauten, die über jegliche innere und äußere Widerstände hinweg, die Liebe und zu sich selbst finden. Studenten-Oscar-Preisträger Ilker Çatak gelingt eine bewegende Liebesgeschichte mit pointiertem Witz jenseits kultureller und gesellschaftlicher Konventionen.
Ein berührender Film über den Mut, sich dem Fremden zu stellen, Wagnisse einzugehen und Herausforderungen anzunehmen. Gleichzeitig spielt der Film mit gängigen gesellschaftlichen Klischees und Vorurteilen, um diese umgehend klug und subtil zu entkräften. Eine hervorragend besetzte und sehr selbstbewusste Produktion jenseits der üblichen Komödienstandards.
Gegensätzlicher könnten die Lebenswelten von Marion (Anne Ratte-Polle) und Baran (Oğulcan Arman Uslu) kaum sein, als sie sich am Strand von Marmaris zum ersten Mal begegnen: Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer wider Willen, der von einem besseren Leben jenseits des Bosporus träumt. Zielstrebig bittet er Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Und sie lässt sich auf dieses Wagnis ein, ganz gegen ihre sonst so überlegte, reservierte Art, und schließt einen Deal mit ihm. Vielleicht, weil sie gerade selbst dazu gezwungen ist, ihr bisheriges Leben zu überdenken? Marions Daueraffäre Raphael (Godehard Giese) wird von der neuen Situation vollkommen überrascht. Baran gibt alles, um die ihm gebotene Chance auf ein neues Leben zu nutzen. Das beeindruckt Marion - ihre Zurückhaltung beginnt zu bröckeln, und beide kommen sich näher als geplant.