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Die Wache

Komödie/Kriminalfilm, Frankreich 2018, 74 min

Absurdität des Alltags. So könnte man Quentin Dupieux‘ Film »Die Wache« am ehesten beschreiben. Wobei Absurdität durchaus als sein Markenzeichen genannt werden kann. In den 90ern wurde er als Mr. Oizo mit dem Elektronik-Song »Flat Beat« bekannt, wofür er auch gleich selbst das Musikvideo mit dem gelben Stofftier Flat Eric drehte. Seit Anfang der 2000er-Jahre macht er Filme, und da ist vom mordenden Autoreifen bis zur Killerlederjacke alles dabei. »Die Wache« könnte man im Vergleich dazu schon fast als »normal« bezeichnen.
Im Zentrum stehen Hauptkommissar Buron sowie Louis Fugain, den er verhört. Letzterer hat eine Leiche gefunden und soll über die Situation Auskunft erteilen. Das Problem: Die Zeit schreitet voran und Fugain hat Hunger. Doch zum Glück hat Buron noch einen alten Schokoriegel im Schreibtischschubfach versteckt und kann die Befragung in der klaustrophobisch fensterarmen, in 70er-Jahre Beige- und Brauntönen gehaltenen Wache fortsetzen. Es ist die Banalität des Augenblicks, die Dupieux hier ins Skurrile gleiten lässt. Er meint das todernst und auch die Schauspieler verziehen keine Miene, wenn sie über Fernsehsendungen und Einkäufe diskutieren. Nur ab und an weicht Dupieux von dieser Strategie ab und baut Accessoires à la Killerlederjacke ein. Für 74 Minuten ist dieses Konzept durchaus unterhaltsam, viel länger hätte das Verhör aber nicht andauern dürfen. Dabei ist das Ende noch mal eine echte Überraschung.
Nadine Faust