Das Beste kommt noch - Le meilleur reste à venir

Komödie/Drama, Frankreich 2020, 117 min

Arthur und César kennen sich seit Kindertagen und gingen immer durch dick und dünn. Da wundert es nicht, wenn César (Patrick Bruel) wegen einer Röntgenuntersuchung nach einem Unfall mal eben die Gesundheitskarte von Arthur (Fabrice Luchini) benutzt, weil seine eigene nicht zur Hand ist. Blöd ist dann, wenn das Krankenhaus am nächsten Tag Arthur anruft, um ihm seinen Befund mitzuteilen, Lungenkrebs in fortgeschrittenen Stadium. Und es wird nicht besser, wenn Arthur sich hilflos verhaspelt bei dem Versuch, es dem Freund irgendwie beizubringen. Was der wiederum freundlich missversteht und sich von nun an reizend um Arthur kümmern will, schließlich ist eine solche Diagnose kein Kinderkram. Nachdem die Fäden nun also ausgelegt und überkreuz gespannt sind, kann es losgehen mit der charmanten, stets aber auch ernsthaft vorgetragenen Geschichte von zwei Freunden, die einander beim schwersten Gang behilflich sein wollen. Natürlich zieht César gleich bei Arthur ein, geht ihm quasi zur Hand, auch mental und besucht vorausschauend eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten. Der Betreuerin Randa Ameziane (Zineb Triki) erklärt er, dass es hilfreich sei, Arthurs Beteuerungen, nicht er sei derjenige, der krank sei, sondern sein Freund César, unbedingt verständnisvoll entgegenzutreten; et voila, in dem ganzen emotionalen Wirrwar merkt auch der Zuschauer schnell, dass die Charade im Grunde César ganz gut tut. Gemeinsam besuchen sie den Ort, wo sie sich als Kinder kennenlernten, gehen tanzen oder ins Casino und schließlich landen sie in Indien bei einem berühmten Onkologen. Hier bekommt Arthur pro forma eine Behandlung und findet den Mut, César endlich reinen Wein einzuschenken…
In diesen Tagen mutet es schon seltsam an, dass es Diagnosen, Atembeschwerden und Unheilbarkeiten gibt, mit denen man nicht mal mehr für vier Wochen freimachen und eine Löffelliste abarbeiten kann.
Alpa Kino