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Gott, du kannst ein Arsch sein!

Komödie, Deutschland 2020, 98 min

Ja da ist wohl etwas dran, was aber nicht heißen soll, dass jeder Arsch gleich etwas Göttliches in sich trägt, aber es durchaus ein paar Ärsche gibt, die schon sehr göttlich sind. Til Schweiger glaubt zwar nicht, dass er göttlich ist, aber auf alle Fälle, dass er die Craft hat. Wie sonst, in Herr Gottes Namen kann man in mehr Filmen gespielt haben als Brad Pitt? Aber ich war erst einmal froh, dass im vorliegenden Falle nicht Mr. C. himself die Regie übernahm, sondern der mir unbekannte Herr André Erkau. André Erkau nahm sich der Tagebuchnotizen der letzten 296 Tage von Stefanie Pape an, aus denen ihr Vater Frank Pape dann das gleichnamige Buch zusammenfasste. Steffis (Sinje Irslinger), Leben könnte besser nicht sein, den Realschulabschluss gerade absolviert und auch bereits eine Ausbildungsstelle als Polizistin in Aussicht. Sie freut sich auf die Abschlussfahrt nach Paris. Doch beim Gesundheitscheck der Polizei werden Auffälligkeiten in ihrem Blutbild festgestellt und bald darauf erhält sie die niederschmetternde Diagnose. Steffi hat Lungenkrebs und die Heilungschancen stehen nicht gut. Nicht einmal ein Jahr soll ihr noch bleiben. Die Welt von Familie Pape bricht zusammen. Sie hoffen auf ein Wunder. Steffi will von all dem nichts hören. Die Abschlussfahrt?! Wie in Trance packt Steffi die Koffer für Paris. Doch Mutter Eva (Heike Makatsch) und Frank (Til Schweiger) drängen ihre Tochter zu einer Chemotherapie, aber Steffi denkt gar nicht daran. Der Bus fährt ohne sie. Aber sie hatte sich fest vorgenommen, auf Reise zu gehen. Steffie flüchtet von zu Hause, macht sich alleine auf in die Stadt der Liebe und trifft unversehens auf den Motorrad-Akrobaten Steve (Max Hubacher), der wiederum vor den Vorstellungen seines Vaters, dem Zirkusdirektor Matanola (Jürgen Vogel) flieht. Max hat einen Führerschein und bietet Steffi an, einfach nach Paris zu fahren. Ohne Geld und mit geklautem Auto begeben sich beide auf einen einzigartigen Trip, in dem sie auf Kühen reiten, im Hochsommer Snowboard fahren gehen, während die Eltern Eva und Frank bereits die Verfolgung aufgenommen haben, um ihre Tochter zur Besinnung zu bringen. Doch Steffi begreift immer mehr, was wirklich im Leben zählt. Leider bewegt sich der Film wie soviele deutsche Produktionen immer wieder in einem etwas aufgesetzten Milieu, das wohl nur die Macher selbst kennen und ich mich immer frage, an bitte wessen Realität sich hier wohl orientiert wird. Wüsste man nicht, dass dieser Film nach einer wahren Begebenheit gedreht wurde, hätte ich fast geglaubt, dass hier irgendwie „Knockin’ on Heaven’s Door“ noch mal aus der Versenkung geholt werden soll, was Angesichts der Vorlage etwas schade ist. Davon abgesehen nehme ich Til Schweiger keine Sekunde des Films ab, was aber kein Alleinstellungsmerkmal von Til C. Schweiger ist. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass er nicht zu jedem gesellschaftlichen Thema öffentlich seine Meinung zum Besten gibt und irgendwie so immer bisgen den Benno Fürmann gibt. Oder war das jetzt anders herum?
Ray van Zeschau (mag kein Craft-Beer)