Fortschritt im Tal der Ahnungslosen
30 Jahre nach dem Mauerfall wird in dem ehemals volkseigenen Betrieb „Fortschritt“ das Erbe der Deutschen Demokratischen Republik neu verhandelt. Wo früher Mähdrescher hergestellt wurden, wohnen jetzt Asylbewerber, die sich mit wöchentlichen, rassistischen Demonstrationen in konfrontiert sehen.
In dieser Erinnerungsarbeit geht es vor allem um die Sprache, die Vermutungen zulässt, aber nie bestätigt. Die nostalgisch schwelgt und es sich zugleich verbietet. Archivmaterial knüpft das sozialistische Band der Freundschaft zwischen Syrien und der DDR neu, das die Staaten in den 80er Jahren miteinander verband. Der ortsansässige Heimatchor kommentiert in DDR-Liedern Anspruch und Wirklichkeit des Ersten Deutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Dabei steht alles und jeder für mehr als nur sich selbst.
Die „Fortschritt“-Ruine wird zum Symbol einer verlorenen Heimat, das die Grenzen zwischen der DDR und Syrien, zwischen damals und heute verschwimmen lässt. Der Versuch einer Annäherung, eine sozialistische Utopie.
Buch: Florian Kunert
Regie: Florian Kunert
Kamera: Joanna Piechotta
Musik: Stefan Galler, Franziska Henke
Produktion: The Storybay, Kunsthochschule für Medien Köln, Stefan Gieren, Sarah Schreier, Florian Kunert
Bundesstart:
Start in Dresden: