Das Mädchen aus Monaco

Komödie, Frankreich 2008, 94 min

Was nützt dem Staranwalt in Scheidungsfragen, Bertrand Beauvois (Fabrice Luchini), sein vorzüglich geschliffenes Vokabular, wenn ihm Audrey Varella, eine schlichte, monegassische Blondine (Louise Bourgoin), die angegraute Jungfernschaft rauben will? Er könnte allenfalls eine Plädoyer halten über ihren trefflich gebauten Körper, ihren sparsamen Gebrauch von Textilien oder über die aufschlussreiche Frage, wozu eine Fernseh-Wetterfee bis an die Zähne bewaffnet sein muss mit langen Beinen, einem betörenden Hinterteil und einer prächtig entwickelten Libido. Mit Recht bereitet Bertrand dies alles zusammen, nur knapp verhüllt, in einem sommerlichen Regenguss auf die teuflischste Weise feilgeboten, eine gehörige Portion Angst. Da trifft es sich, dass er vom Sohn seiner aktuellen Mandantin für die Zeit in Monaco einen Bodyguard zur Verfügung gestellt bekommt. Christophe Abadi hatte bereits das Vergnügen mit Mademoiselle Audrey, einem typisch monegassischen Flittchen, daher versteht er auch nicht, was ein so gebildeter Mittfünfziger ausgerechnet an der finden kann. Doch die blonde Offenherzigkeit reißt dem Anwalt bei jeder Gelegenheit ein weiteres Blatt seiner sorgfältig kultivierten Keuschheit vom Leib, und bald schon sieht sich die Mini-Dame in den Kreis der betuchteren Gesellschaft eindringen. Doch als Bodyguard hat Cristophe seinen Klienten auch vor Gefahren zu beschützen. Was am Anfang ausschaut wie gekränkte Eifersucht eines Ex-Lovers, klingt im nächsten Moment wie enttäuschte Bewunderung dem Chef gegenüber und verwandelt sich mit zunehmender sexueller Abhängigkeit Bertrands zu einer echten Beschützerrolle. Es gibt schließlich immer Mittel und Wege, um einen lästigen Groupie loszuwerden. Wie es den Anschein hat, schmieden die beiden Männer einen Pakt, um den erschrockenen Anwalt wieder los zu schmieden vom fürstlichen Felsen der Liebe. Alles in allem eine hitzig deliziöse Rolle voll unterhaltsamen Filmes, randvoll mit tiefen Einblicken und erotischen Offenbarungen. Fehlt bloß noch der Sommer unterm Kleid.