Lichter

Drama, Deutschland 2002, 105 min

»Nach fünf im Urwald«, »23 - Nichts ist so wie es scheint…«, »Crazy« - drei Filme, drei wichtige Stationen von Hans-Christian Schmid, der mit seinem neuen Film »Lichter« erneut eindrucksvoll unterstreicht, dass er zu den spannendsten Regisseuren des deutschen Gegenwartskinos gehört.
Zwei Länder, zwei Orte, ein Fluss. Die Oder trennt nicht nur das deutsche Frankfurt vom polnischen Slubice, sondern vor allem zwei Welten. Menschen, egal ob arm oder reich, suchen hier ihr Glück - und stoßen dabei doch ständig an ihre Grenzen.
Der junge Zigarettenschmuggler Andreas zum Beispiel, der durch eine unerwiderte Liebe zum Verräter wird. Oder Ingo, der Pächter eines Matratzen-Discounts, der mit allen Mitteln versucht, seinen Laden vor dem unaufhaltsamen Untergang zu bewahren. Antoni, ein polnischer Taxifahrer und liebevoller Vater, der dringend Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter auftreiben muss. Kolja, Anna und Dimitri, drei Ukrainer, die um jeden Preis in den „Goldenen Westen“ wollen. Sonja, eine deutsche Dolmetscherin für russische Flüchtlinge, die es einfach wagt, das Richtige zu tun. Und Philip, ein junger Architekt aus dem Westen, der zu spät begreift, dass man für sein Glück auch Verantwortung übernehmen muss…
Ja, »Lichter« ist ein politischer Film, fernab der glamourösen Europapolitik á la Brüssel - vor allem aber großartiges, fesselndes Kino, dessen harmonierende Handlungsstränge von einem beeindruckenden Schauspielerensemble getragen werden!
Mit einer rauen Poesie der Bilder und dem berührenden Feingefühl des Regisseurs zu erzählen und zu zeigen gelangen zutiefst menschliche Geschichten auf die Leinwand. Geschichten über Menschen, die - durch ihr Schicksal für zwei Tage untrennbar miteinander verbunden - stehlen und betrügen, lieben und helfen, hoffen und verzweifeln. Mit all ihren Fehlern und Schwächen - und doch mit ihrer ganzen Kraft - versuchen sie, ihren Platz in unserer verwirrenden Welt zu finden: manche im gleißenden Licht, andere in einer tiefen Dunkelheit…