Buried - Lebend begraben

Thriller, USA/Spanien 2009, 94 min

Nun wurden in der Filmgeschichte schon einige Prota-, Anta- und diverse Nebengonisten lebendig unter die Erde gebracht, aber noch kein Film schaffte das so beeindruckend, bemerkenswert und vor allem spannend wie vorliegender Film. Spontan, ohne hier gleich »Kill Bill II« für die breite Masse bemühen zu müssen, fällt mir hier nur die mich damals in Atem haltende Lebendigbegrabenszene aus »Paura nella città dei morti viventi« des herrlich bekloppt italienischen Goreregisseurs Lucio Fulci ein, der mich sogleich dazu inspirierte, einen das Thema behandelnden Songtext zu schreiben. 19 Jahre später nun widmete sich der spanische Regisseur Rodrigo Cortés des klaustrophobischen Missstandes und schickt seinen Darsteller Ryan Reynolds auf einen schauspielerischen Parcours de Force. Als Paul Conroy aus einer Bewusstlosigkeit erwacht, ist er gar sehr von gehobeltem Holz umgeben. Langsam begreift er, dass er sich in einem Sarg befindet und allmählich kommen auch seine Erinnerungen zurück. Paul ist Amerikaner und jobbt als Lastwagenfahrer im Irak, auf dessen Konvoi ein Angriff erfolgte, welcher ihn in der Endkonsequenz in seine missliche Lage unter den irakischen Wüstensand brachte. Dass er ausgerechnet hier liegt, hat keine nähere politische Bewandtnis, sondern dient lediglich als spannungsfördernde Location. Es dauert nicht allzu lang, bis Paul mitbekommt, dass sich im Sarg noch ein Feuerzeug und ein Handy befinden. Und er hat noch 90 Minuten, um gerettet zu werden! Schlechter Empfang und schwindender Akku natürlich included. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich Paul durch eine arabische Menüführung hindurch kämpfen muss, um schlussendlich seine Frau in Michigan erreichen zu wollen. Es kommt natürlich, wie es kommen muss. Seine Frau geht nicht ans Telefon und das FBI hat auch erstmal nur warme Worte zu bieten. Dann melden sich die Entführer zu Wort, die nichts als Fünf Millionen Dollar wünschen. Wir haben es kurz nach Sechs und Neun Uhr ist bereits Feierabend. Nun sind Pauls Nerven und Organisationstalent gefragt. Dass er kein Angehöriger der Army ist, sondern ein einfacher Zivilangestellter, stellt sich entgegen seiner Hoffnungen als Nachteil heraus, da sich niemand so richtig für sein Schicksal interessiert und den Entführern auch reichlich egal ist. Nach den ersten Telefonaten aus dem Sarg, wo wir kein Gegenüber zu sehen bekommen und lediglich die Stimme hören, wird schnell klar, dass sich das bis zum Ende des Filmes auch nicht ändern wird. Das ist das eigentliche Unglaubliche an diesem Film. Sicher gab es so einige, die nur auf begrenztem Raum gespielt haben, aber noch keinen, an den ich mich erinnern kann, geschlagene 93 Minuten in einem Sarg. Vor allem Ryan Reynolds empfiehlt sich hier als genialer Darsteller, der hier keine Minute Langeweile aufkommen lässt. Großartig!
Ray van Zeschau

Buch: Chris Sparling

Regie: Rodrigo Cortés

Darsteller: Ryan Reynolds, Robert Paterson, José Luis García Pérez, Stephen Tobolowsky, Samantha Mathis, Warner Loughlin, Ivana Mino, Erik Palladino

Kamera: Eduard Grau

Musik: Victor Reyes

Produktion: The Safran Company, Adrián Guerra

Bundesstart: 04.11.2010

Start in Dresden: 04.11.2010

FSK: ab 16 Jahren