Das Gesetz der Ehre

Drama, USA 2007, 125 min

Kein noch so gutes Zeugnis von der Polizeischule und kein feierlicher Schwur, die Gesellschaft vor Kriminalität und Verbrechen zu schützen, kann einen NYPD-Cop vor der größten Gefahr bewahren, der er im täglichen Dienst begegnen wird. Vor der alltäglichen Korruption. Ja, es geht um den Stolz und den Ruhm der Stadt. Aber so sehr sie auch jeden Gangster jagen, untereinander halten sie dicht. Es heißt, lieber fräße ein Cop eine Kugel, als einen Kollegen zu verpetzen und es heißt weiter, die NYPD-Polizisten bekreuzigten sich seit vierzig Jahren bei jedem Verbrechen, das sie begehen und murmelten Fuckyou, Frank Serpico. Der war nämlich Anfang der Siebziger der erste Polizeioffizier, der es wagte, gegen seine eigenen Kollegen zu ermitteln und auszusagen. Dafür schoss man ihm aus nächster Nähe ins Gesicht. Eine Narbe auf der Wange trägt auch Ex-Polizist Ray Tierney, doch hat er es bei ähnlicher Gelegenheit vorgezogen, besser den Polizeidienst zu quittieren, statt seinen Mund aufzumachen. Auf einem Hausboot fristet er nun die Zeit nach dem Abschied vom Dienst und der damit verbundenen Scheidung von seiner Frau. Bis ihn sein Herr Vater und Ex-Chef der Polizeibehörde von New York auf Knien bettelt, den Mord an vier Polizisten aufzuklären. Unwillig kehrt Ray zurück zum Dienst, um schon bald festzustellen, dass die halbe Familie in den Fall verstrickt ist. Die vier Opfer gehörten zu einer Spezialeinheit, die Rays Bruder Frannie befehligte und Jimmy, ihr gemeinsamer Schwager, war ein Kollege von den Getöteten. Mehr noch, Jimmy scheint eher ein Drogendealer zu sein, als dass er Polizist im Drogendezernat ist. Doch er nimmt es sportlich, für ihn heiligt der Zweck jedes Mittel. Pride & Glory. Dafür laufen schonmal vier Cops direkt ins Messer. Direkt unter der Nase von Frannie hat er sein kleines Drogenimperium aufgebaut. Denn nur so funktioniert das vielstöckige Gebäude der Korruption, jeder weiß ein klein wenig darüber. Doch keiner mag es so recht einreißen. Und noch viel weniger, wenn die halbe Familie mit drinnen steckt. Aber Ray hat es satt, auch noch die andere Wange hinhalten zu müssen. Zumindest der alte Serpico wäre stolz auf ihn.
W. Larsen

Buch: Gregory & Gavin O'Connor

Regie: Gavin O'Connor

Darsteller: Colin Farrell, Edward Norton, Noah Emmerich, Lake Bell, Jon Voight, Ryan Simpkins, Jennifer Ehle, John Ortiz

Kamera: Declan Quinn

Musik: Mark Isham

Produktion: New Line Cinema, Solaris, Gavin & Gregory O'Connor

Bundesstart: 22.01.2009

Start in Dresden: 22.01.2009

FSK: ab 16 Jahren