Der Kaufmann von Venedig

Drama/Komödie, Großbritannien/Italien 2004, 138 min

Ein beeindruckendes Werk für alle Freunde des italienischen Kostüm-Films. Die Geschichte spielt Ende des 16. Jahrhunderts in Venedig. Der Aristokrat Bassanio (Joseph Fiennes - »Elisabeth«, »Shakespeare in Love«) ist unglaublich verliebt und möchte gern um die Hand der schönen und reichen Portia (Lynn Collins) anhalten. Da man damals noch einiges Geld aufgewendet hat, um die Angebetete angemessen umwerben zu können (ein leider nahezu in Vergessenheit geratener Brauch) wendet er sich an seinen Freund, den Kaufmann Antonio (Jeremy Irons). Bassanios bis dahin höchst unbescheidenes Leben hatte es bereits mit sich gebracht, dass er bei dem Freund schon Schulden in bedenklicher Höhe hat. Weil das Vermögen des Freundes im Moment gerade nicht in Form von Bargeld verfügbar ist, schlägt er ihm vor, sich die benötigten 3000 Dukaten beim Juden Schylock (Al Pacino) zu borgen. Dieser fordert allerdings im Falle des Nichtwiederzurückzahlenkönnens von ihm, wer weiß, wofür, ein Stück seines eigenen Fleisches. Aber was tut man nicht alles für den besten Freund. Erschwerend kommt hinzu, dass Portias Vater vom womöglichen Ehemann verlangt, eine Art Hütchenspiel korrekt zu bestehen.
Bassanio ist seinem Ziel schon ganz nahe, als Antonio das gesamte Vermögen verliert und der ewig verbitterte Shylock die Stunde der Rache kommen sieht.
Diese sehr komplexe Geschichte Shakespeares gehört zu den meist gespielten Stücken am Theater. Allerdings blieb der Klassiker seit der Stummfilmzeit unverfilmt. Regisseur und Drehbuchautor Michael Radford setzte die meisterlich tragische Komödie aufwendig an Originalschauplätzen in Venedig um.
Bettina Schneider