Imaginary Heroes

Drama/Komödie, USA 2004, 111 min

Aus einer feinabgeschmeckten Mischung von schwarzem Humor, Pathos und dem Blick des neutralen Beobachters erzählt Regisseur Dan Harris in seinem Debüt auf sensible und gefühlvolle Weise die Geschichte einer vermeintlich normalen Familie, die fast unvorhergesehen an sich selbst auseinander zu reißen droht. Nach dem furchtbaren Selbstmord ihres ältesten Sohnes Matt ist der so scheinbar heile amerikanische Alltag der Familie Travis an den Prellbock gerast. Vater Ben (Jeff Daniels) droht vollkommen den Halt und den Sinn seines Lebens zu verlieren, welcher unter anderem darin bestand, Matt zu einem Schwimmass heranzuzüchten. Dass Matt trotz größter Erfolge, das Siegen, die damit verbundene Öffentlichkeit und vor allem das Schwimmen hasste, weiß nur sein jüngerer Bruder Tim, der in den Augen seines Vaters ein absoluter Versager ist. Vater Ben behandelt nach dem Tod des Lieblingssohnes seine Familie nur noch wie Fremde und zieht sich merklich in seine nicht mehr zu verstehende Welt zurück. Aber auch Tim vegetiert durchs Leben, als gäbe es kein Heute und Morgen, und nur noch wenige finden einen Zugang zu ihm. Mutter Sandy, (Die hinreißende Sigourney Weaver) bleibt da nur noch der Griff zu Sarkasmus und ein paar gepflegten Joints, die ihr dabei helfen sollen, den Schmerz zu bewältigen. Gleichzeitig pflegt sie aber mit Nachbarin Marge Dwyer einen seit Jahren anhaltenden Clinch, dessen Grund nun step by step ans Licht drängt und die ohnehin schwer angeschlagenen Familienbande final in Stücke zu reißen droht. Doch nicht nur Sandy hütet ein tragisches Geheimnis...
Tragikomischer Film, in der Verzweiflung und Hoffnung sich die Klinke in die Hand geben.