Snow White

Drama, Schweiz/Österreich 2005, 118 min

Ein Film, der eine melodramatische Liebesgeschichte erzählt, die sich in der Züricher Clubszene abspielt.
Nico (Julie Founier), gerade zwanzig, schön und cool, kommt aus gutem Hause. Seit sie die Schule abgeschlossen hat, lebt sie von einem Tag zum anderen. Etwas Sinnvolles zu tun oder gar zu arbeiten ist erst mal nicht in ihrem Sinne. Eine Beziehung zu den Eltern existiert praktisch auch nicht. Die Mutter ist manisch depressiv und hat große Mühe, mit sich selbst klar zu kommen, während der Vater (Benedict Freitag), ein engagierter Banker, ab und an zu Besuch zu Hause auftaucht. Mit ihrer Freundin geht Nico viel lieber auf Partys. Sie bändelt mit Clubbesitzer Boris an, der dafür vorgesehen ist, sie auszuhalten. Um dem oberflächlichen Leben, dessen sie sich durchaus bewusst ist, etwas zu entgehen, beginnt Nico, Theater zu spielen. In einer Rolle spielt sie den Traum ihres eigentlichen Lebens.
Eines Abends lernt sie im Club den kämpferischen Hip Hopper Paco kennen (Carlos Leal - Sänger von „Sens Unik“). Sie ist fasziniert von seiner provokanten Art, die ihm ziemlichen Ärger einbringt und spricht ihn backstage an. Ihn beeindruckt ihre unkomplizierte Art. Beide verlieben sich und Nico beginnt, seine Rebellion auf ihr eigenes Leben zu übertragen - mit verheerenden Folgen.
Snow White enthält eine Reihe autobiographischer Sequenzen des Regisseurs Samir. Seine Jugend verbrachte er in den 70ern in der Schweiz, die geprägt war von vielen exzessiven Partys und Rockkonzerten, wo auch ordentlich Drogen und Sex in allen Varianten ausprobiert wurden. Na aber. Der Film wurde übrigens unterstützt vom Bundesamt für Kultur.
Bettina D. Schneider