Neues vom Wixxer

Komödie, Deutschland 2007, 98 min

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was ist eigentlich ein Wixxer? Auch wenn man nicht gleich die passende Antwort parat hat, weiß man, man möchte keiner sein. Ein Wixxer ist simpel ausgedrückt ein Wichser. Wikipedia weiß dazu Verstörendes: „Wichser ist die meist abwertende Bezeichnung für einen männlichen Masturbanten bzw. für einen Versager. Das Wort wird meist als Schimpfwort verwendet. In der derben Soldatensprache des Ersten Weltkrieges entwickelten sich aus den Wörtern Wichsen der Euphemimus für die männliche Masturbation bzw. für einen Verlierer, da das Putzen bzw. Wichsen der Offiziers-Stiefel und/oder der Stiefel der gesamten Mannschaft eine beliebte Demütigungsart Untergebener war. So hat sich bis heute das gemeinschaftliche Onanieren auf Bestandteile der Marschverpflegung als sog. Kekswichsen in soldatischen Kreisen erhalten. Die Verwendung des Begriffes kann u.U. als Beleidigung strafbar sein.“
Angesichts solch beachtlicher Erkenntnisse kann ich nur allzu gut nachvollziehen, dass Frauen im seltensten Falle Männer verstehen und schwöre hiermit, noch nie in meinem Leben keksgewichst zu haben. Soo hätten wir das auch geklärt. Mehr als 730 Tage sind durchs Masturbantenland gegangen, da werden wir von Oliver Kalkofes „Wixxer“ wieder heimgesucht. »Neues vom WiXXer« heißt es diesmal und nicht nur bereits hier erkennen wir die liebenswerte, jedoch alles durch den Kakao ziehende Hommage an die alten Edgar Wallace-Filme der 60er. Three Years ago, seit Chief Inspector Even Longer (Oliver Kalkofe) und Inspector Very Long (Bastian Pastewka) die wahren Personalien des Wixxers offenlegen konnten. Doch nach einem zornigrüden und dermaßen Kampf mit dem totenbemasketen Wixxer (Sido?) taucht plötzlich und vollkommen unerwartet eine Ablebsliste auf, die den beiden Inspectors den Schweiß nicht nur auf die Stirn treibt. Neben Very Long stehen auch noch die Gelovte von Even Longer, Victoria Dickham auf der Liste, auf der bereits ein paar Teilnehmer abgestrichen sind. Doch der Inhalt gerät hier zu Gunsten der Gags und Persiflagen vollkommen zur Nebensache, was in diesem Falle dem Film nur all zu gut tut. Man wird zwar auch bei Teil II nicht gerade der vor Lachen bedingten Inkontinenz anheim fallen, dafür werden wir aber einer erhöhten Trefferquote der Witze ausgesetzt, deren Frequenz zudem spürbar erhöht wurde. Straff, zackig und volksnah. Alles in Allem eine schöne schmerzfreie Abendunterhaltung statt der Zigarette danach. Zwei Vorteile hat der Film definitiv: Er ist besser als der erste, was nicht so einfach ist und lässt Otto mit seinem Jugendkollektiv ordentlich im Regen stehn.
Ray van Zeschau