Große Freiheit Nr. 7

Kult, Deutschland 1943/44, 109 min

Hannes lebt als Sänger im Hippodrom auf St. Pauli. Nach dem Tod seines Bruders nimmt er dessen Verlobte bei sich auf und träumt von einem bürgerlichen Glück. Als daraus nichts wird, nimmt er Abschied und geht wieder auf See.
“Große Freiheit Nr. 7” war einer der ersten deutschen Farbfilme und somit ein Prestige-Objekt. Propagandaminister Goebbels musste sein Einverständnis geben, da die für
die Produktion notwendigen Rohstoffe auf der Liste der kriegswichtigen Güter standen. Herausgekommen ist einer der anspruchsvollsten Filme der NS-Zeit, der nicht mehr
in das Konzept der Nationalsozialisten passte - eine melancholische Ballade um einen gebrochenen Helden. Zu sehen bekamen die Deutschen den Film erst, als die Alliierten die Kinos wieder öffneten. Goebbels hatte ihn für Deutschland nicht freigegeben -
aufgrund seiner melancholischen Grundstimmung.
Der Film spiegelt die Auflösung der Moral und den Zerfall der bürgerlichen Werte wieder. Vor der bunten Fassade des Amüsierbetriebes legt Regisseur Käutner eine kollektive Stimmungslage bloß. Die Große Freiheit wird zum symbolischen Ort. Mit ihm verbindet sich die Sehnsucht nach dem kurzen rauschhaften Glück und die schmerzliche Erfahrung, dass es nicht festzuhalten ist: “Beim ersten Mal da tut´s noch weh...”

Regie: Helmut Käutner

Darsteller: Hans Albers, Ilse Werner, Hans Söhnker, Gustav Knuth, Günther Lüders, Helmut Käutner

Bundesstart:

Start in Dresden: