Quentin Tarantinos Death Proof - Todsicher

Horror, USA 2007, 113 min

Schönes Ding! Das Duo Infernale, Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, den man in Fachkreisen auch Sankt Quentin nennt, haben zusammen ein schönes B-Movie-Fanprojekt aufs Zelluloid gemetert. Das GRINDHOUSE-Double. Eigentlich wollte man zwei Filme drehen und in einem zeigen, als Hommage an die alten B-Movies (Trash- oder auch Drecksfilme) die in den so genannten Grindhouses liefen. Kinos, in denen die Filme um verwegene Sexualität, rohe Gewaltanwendung und pure Sensationseffekthascherei so lange liefen, bis quasi die Farbe vom Film am Projektor abgeschliffen war. Raus gekommen sind auch zwei Filme, nur letztlich hatten sich beide so versessen in den B-Ground gedreht, dass beide Werke dann doch zusammen für einen Kinoabend zu lang gewesen wären, so dass man sich zumindest für den Start am europäischen Markt entschloss, die beiden Filme getrennt zu zeigen. Ersterer wird also Quentin Tarantinos »Death Proof« sein. Eine im wahrsten Sinne des Wortes abgefahrene Geschichte um den alten nicht ganz bei Troste befindlichen narbenfacigen Stuntfahrer Mike, der mit seinem Muscle Car partylaunigen junge amerikanische Damen schwer und mit Nachhaltigkeit zu beeindrucken glaubt. Bei der atemberaubenden Schallplattenunterhalterin Jungle Julia und ihren zwei Freundinnen hat sich Mike allerdings etwas verfahren und muss feststellen, dass nicht alle Torten so schnell breit zu fahren sind. Als Mike der großartig kultige Kurt Russel, der auch gern mal mit Patrick Swayze (alias Peter Schwitzi) verwechselt wird. Aber keiner kann so großartig zur Sau werden wie Kurt. Zwischen die beiden herrlich körnig verblichen fleckigen und ca. 90-minütigen Einzelwerke, in denen auch schon mal einfach eine Szene fehlt, hat man noch diverse köstlich fiktive Filmtrailer von namhaften Regisseuren gesetzt, mit solch klangvollen Namen wie z.B. »Werewolf Women of the SS«, in dem Nicolas Cage eine Gastrolle als Dr. Fu Manchu gibt. Das einzig Traurige an diesem großartigen Doppelauftritt ist, dass das einzige Dresdner Kino, welches wirklich absolut prädestiniert für das Abspielen der Filmrollen gewesen wäre, geschändet wurde. Das arme kleine Lichtspieltheater am Hauptbahnhof. Der Herr sei mit Dir und mit Deinem Geiste.

P.S. ..und ich frage Euch, wo waren denn da die ganzen Demonstrierfans und Unterzeichnerwütigen???
Ray van Zeschau

Buch: Quentin Tarantino

Regie: Quentin Tarantino

Darsteller: John Jarratt, Danny Trejo, Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Josh Brolin

Kamera: Quentin Tarantino

Musik: Robert Rodriguez

Produktion: Elisabeth Avellán, Robert Rodriguez, Bob & Harvey Weinstein

Bundesstart: 19.07.2007

Start in Dresden: 19.07.2007

FSK: ab 16 Jahren