Irina Palm

Drama/Komödie, Deutschland/Belgien/Luxemburg/Großbritannien 2007, 103 min

Der Film erzählt romantisch und tragikomisch die Geschichte einer Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft. Sehr britisch, politisch völlig unkorrekt und eine Traumrolle für Marianne Faithfull.
Maggie, (Marianne Faithfull - Marie Antoinette, sang „As Tears Go By“ bei den Rolling Stones, später eigene Alben) ist eine Frau mittleren Alters, eine anständige, pflichtbewusste Witwe aus der britischen Vorstadt-Mittelschicht ohne nennenswerte Bildung. Sie sieht sich in der Situation, dringend Geld für die Krankenhausaufenthalte ihres Enkels zu besorgen.
Als sie das Schild entdeckt „Hostess gesucht“, nun ja - sie ist auch etwas naiv, sieht sie darin ihre letzte Chance und nimmt den Job an. Sie realisiert, dass sie sich mitten in Soho in einer Rotlicht-Bar befindet und hätte sich vorher nicht träumen lassen, dass es so einen Job überhaupt gibt. Ihr Doppelleben erregt natürlich Aufsehen, und Maggie macht sich ständig Sorgen, was die Leute wohl denken. Der abgebrühte Chef des Ladens (Miki Manojlovic) stellt überrascht fest, dass sich Maggie nicht nur sehr gut anstellt, sondern überaus begabt ist. Unter dem Künstlernamen „Irina Palm“ genießt sie bald in einschlägigen Kreisen einen legendären Ruf. Sie entwickelt sich immens zu einer selbstbewussten, flotten Lady, und möglicherweise hat sie auch noch Aussicht auf die ganz große Liebe.
Regisseur Sam Garbarski war bereits mit dem Arthaus-Hit »Der Tango der Rashevskis« erfolgreich. Das Drehbuch zu »Irina Palm« war allerdings davor schon fertig, nur fand sich anfangs niemand, der bereit war, die Produktionskosten zu übernehmen. Das änderte sich erst, als das Buch englisch umgeschrieben wurde. Im Ergebnis gab es auf der Berlinale für den Film 20 min stehende Ovationen.
Bettina D. Schneider