Immer nie am Meer

Drama, Österreich 2007, 91 min

Ja, am Meer wäre schön…., wenn einem gerade etwas so unerhört Blödes widerfahren muss, dann wäre es viel schöner, am Meer. Man könnte wenigstens irgendwo am Strand sitzen und langsam den Insel-Koller auspacken, mit Blick auf die Wellen, und dann, drei Männer in einem Boot, das klänge auch gleich viel mehr nach Abenteuer, mehr nach echten Gefahren und heldenhaften Mutproben. So aber hocken Baisch und Anzengruber, zwei nächtlich-fröhliche Heimkehrer, einfach nur in einem saublöd abgelegenen, österreichischen Waldstück fest. Mit einem gewissen Herrn Schwanenmeister auf’m Beifahrersitz, den sie eben noch von der Straße auflasen, weil er seinen eigenen Wagen in den Graben gesetzt hatte. Pah, da fährt der wegen einer Geherin in den Graben! So ein Trottel. Wer bremst denn für Geherinnen? Schwanenmeister hebt mitsamt dem Beifahrersitz, dem Auto und allem was darin ist, gleich noch einmal von der Straße ab, just als er gerad’ anheben wollte die Geherin zu erklären, und landet erneut im niederösterreichischen Forst. Und findet hier in Baisch und Anzengruber plötzlich zwei eifrige Bundesgenossen im letalen Hass auf nächtliche Geherinnen. Gebremst haben sie nicht. Doch sie hängen fest. Das Riff, auf das sie gelaufen sind, setzt sich zusammen aus zwei eng anliegenden Bäumen, die jegliches Öffnen der Autotüren untersagen, sowie aus der ganz speziellen Art PKW, mit welchem Baisch bislang überall in unverhohlener Protzerei angeben konnte. Eine gepanzerte Mercedes Limousine, die vormals Dr. Kurt Waldheim, dem Lehrerssohn aus Sankt Andrä-Wördern und ehemaligen UN-Generalsekretär gehörte. Die erste Nacht ist noch angefüllt mit Jux und Dollerei. Zwar auch mit krakeelender Verzweiflung, nachdem schnell klar ist, dass man eingeschlossen und nicht mehr Herr der Lage ist, doch eine Nacht, dös passt schoa. Bereits etwas langsamer vergeht dann der nächste Tag im Wald-Heim-Wagen und es gesellt sich alsbald der Schatten einer ganz unglaublichen Idee zu den drei Eingeschlossenen ins Kupee; was wäre wohl, wenn sie hier, ganz gediegen und höflich plaudernd, mitten im Busch zugrunde gingen? Wenn sich der Tag der Erlösung noch ein wenig verschöbe und die rettende Kavallerie schlichtweg woanders entlang ritte? Dann begänne man sich an Tag eins, ein wenig auf den Geist zu gehen, sagte sich an Tag zwei noch ein paar ungeliebte Wahrheiten und finge an Tag drei sicher an, weiße Mäuse zu erspähen. Und als Letztes käme der typische Insel-Koller, wo man dann glaubt, die Eingeborenen um das Auto schleichen zu sehen…