Der Mann meines Lebens

Drama, Frankreich 2006, 114 min

„Ich liebe die Magie, sie passiert immer dann, wenn man sie nicht erwartet“, sagt Hugo (Charles Berling) zu Frédéric (Bernard Campan), mit dem er auf der Terrasse des Landhauses irgendwo im französischen Süden sitzt und eine laue Sommernacht lang über Gott und die Welt redet. Vor allem aber über die Liebe, oder vielmehr ihre Unmöglichkeit. Hugo ist überzeugt, dass Beziehungen Fallen sind, dass das Leben zu zweit die ultimative Zerstörung ist. Auch deshalb nimmt er jede Nacht einen anderen jungen Mann mit zu sich nach Hause. Frédéric, der eben dieses ultimative Leben lebt, ist gleichermaßen fasziniert wie irritiert. Erst als Hugo sagt, dass der Mensch wacklig, unsicher, unvollkommen ist, begehrt er auf und erwidert, dass diese Unvollkommenheit den Menschen ausmacht. Er muss sie sich seiner Frau und seinem kleinen Sohn gegenüber genauso eingestehen, wie Hugo der Magie dort erliegt, wo er es am allerwenigsten erwartet hätte - im Angesicht seines sterbenden Vaters.
»Der Mann meines Lebens« bringt Zabou Breitman zurück ins Programmkino Ost. Bereits 2002 war sie mit ihrem Spielfilmdebüt »Claire« bei den Französischen Filmtagen zu Gast. Ihr erster wie ihr jetziger Film sind atmosphärisch aufgeladene Liebeserklärungen an das Leben - das unvollkommene.
Udo Lemke