Hilde

Drama, Deutschland 2008, 137 min

Sehenswertes Zweistunden-Werk über das Leben der großen charismatischen deutschen Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef.
Erzählt wird die Geschichte von 1943 bis 1966, danach begann eine andere Zeit, in der sie das, was sie erlebte, in Literatur und Chansons verarbeitete. Hilde - gespielt von Heike Makatsch (»Aimee und Jaguar«).
Berlin 1966. Hildegard Knef kehrt nach Deutschland zurück. Sie ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und gibt ein Konzert in der Berliner Philharmonie, das seit langem ausverkauft ist. Sie gibt eine kurze Pressekonferenz. Souverän, selbstbewusst und schlagfertig. Ihr Schritt ist sicher, sie weiß, was sie will, ist professionell und perfekt.
Rückblende 1943. Hilde, jung und ehrgeizig, wird bei Else Bogners (Monica Bleibtreu), der Leiterin des Besetzungsbüros der UFA und ihrer späteren Mentorin vorstellig. Die ist von Hilde beeindruckt.
Sie verliebt sich in Ewald von Demandowsky, dem wichtigsten Filmmanager hinter Joseph Goebbels, mit dem sie als Mann verkleidet in Berlin im Volkssturm kämpft. Da er Nazi ist, wird er von den Sowjets hingerichtet. Hilde kehrt allein in die zerbombte Stadt zurück. Sie freundet sich mit dem Pianisten Ricci Blum (Roger Cicero) an und steht bald wieder auf der Bühne. Erich Pommer, einer der erfolgreichsten Filmproduzenten Deutschlands, wird auf sie aufmerksam und ihr Berater.
1946 wird sie mit »Die Mörder sind unter uns« zum Star des deutschen Films. Sie bekommt einen Vertrag in Hollywood und geht neu verliebt mit dem jüdischen Kurt Hirsch nach Amerika. Leider gibt’s dort nur öde bis keine Rollen, sie tritt den Heimweg an und spielt 1950 »Die Sünderin«, was ihr das prüde deutsche Volk ob einer Nacktszene sehr übel nimmt. Ein Skandal! Danach gibt’s in Deutschland keine Rollen mehr für sie. Hildegard Knef geht wieder nach Amerika und macht am Broadway Weltkarriere, wo sie aber auch nicht glücklich ist. Und wieder ändert sich ihr Leben…
Gelungener Film von Regisseur Kai Wessel (»Klemperer - ein Leben in Deutschland«).
Bettina D. Schneider