Che - Revolucion

Drama/Biographie, Frankreich/Spanien/USA 2008, 132 min

Dank einer einzigen Fotografie zählt der kommunistische Revolutionär, kompromisslose Stalinist und untalentierte Wirtschaftsminister Kubas Ernesto Guevara de la Serna zu den bekanntesten Gesichtern dieser Welt. Doch ein bunt bedrucktes T-Shirt verrät noch gar nichts über den Ur-Revolutionär, den Jesus mit der Knarre. Denn Che Guevara wurde auch dank der weltweiten Ikonisierung zu einer Kunstfigur, die aus heutiger Sicht kaum noch zu ergründen scheint. Längst haben Legenden und Propaganda den Menschen hinter dem Kürzel Che überwuchert. Und es gibt nur selten eine Machete, die für kurze Momente den Urwald lichten kann, der so schön bunt schillert seit den späten 60er Jahren. Im November 1956 landete der argentinische Arzt Ernesto Che Guevara gemeinsam mit Fidel Castro und weiteren achtzig Rebellen mit der Yacht Granma auf der Karibikinsel Kuba. Sie einte das Ziel, die korrupte Diktatur von Fulgencio Batista zu stürzen. Wie dieser historische Sieg im Einzelnen zustande kam, von einer Gruppe wild entschlossener Guerilleros auf sagenhafte Weise ins Rollen gebracht, zeigt Independent Regisseur Steven Soderbergh in bestechender CNN-Reportage-Manier. Schnell wird aus dem mitgereisten Arzt der Commandante von Castros 2. Armee. Zwei blutige Stunden lang kämpft sich Benicio Del Toro dabei durch's karibische Unterholz und wütet mit seinen Getreuen unter den Feinden der kommunistischen Revolution. Vaterland oder Tod. Anfang des Jahres 1959 ist es endlich soweit, Batista verlässt das Land, der Sieg ist den Männern um Castro und Che Guevara nicht mehr zu nehmen, doch nun gilt es einen viel schwierigeren Kampf zu gewinnen. Batistas Leute konnte man noch vertreiben oder erschießen, doch die kubanischen Bauern und Arbeiter muss man überzeugen und gewinnen.
Der Argentinier scheitert an dieser Aufgabe und wird in die bolivianischen Wälder zurückkehren, wie Teil 2 »Guerilla« der groß angelegten Produktion zu berichten weiß.