Alice im Wunderland

Fantasy, USA 2010, 107 min

Sie ist eine der am meisten adaptierten und mehr als Dutzende Male verfilmten Geschichten. Sie ist wie geschaffen, auf der Schwelle zum neuen 3D-Kino-Jahrtausend, den Reigen einer vermutlich nicht enden wollenden Remake-Reihe zu eröffnen. Und sie ist laut Regisseur Tim Burton bislang noch nie, ihrer wundervollen Opulenz gemäß, nur annähernd adäquat verfilmt worden. Was liegt also näher für den Kultregisseur, als sich selbst daranzumachen und von der Grinsekatze, der Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom und dem glücklicherweise verrückten Hutmacher zu erzählen, und davon, wie ihnen die inzwischen erwachsene und zu einer attraktiven Frau verwandelte Alice begegnet, nachdem sie dem weißen Kaninchen mit der Taschenuhr folgte und wie üblich 'Trink mich' getrunken hat, um zu schrumpfen und 'Iss mich' gegessen hat, um zu wachsen. Kurz - Alice kehrt zurück an den Ort ihrer früheren Kindheitsabenteuer, ins Wunderland, doch kann sie sich zunächst einmal an nichts erinnern. Ihrer normalen Welt ist sie Hals über Kopf entflohen, weil ihr der übel anmutende Lord Hamish Ascot einen Heiratsantrag machen wollte. Atemlos stürzt Alice also ins Kaninchenloch und findet sich bald umringt von den Zwillingen Tweedledee und Tweedledum, vom verrückten Hutmacher und der verträumten Haselmaus, die ihr erstmal mit vereinten Kräften auf die Sprünge helfen müssen. Denn die Zeit, die das weiße Kaninchen nicht hat, sie drängt bedrohlich. Schließlich hat die rote Herz-Königin während Alicens Abwesenheit keinen Tag verstreichen lassen, ohne ihre schändlichen Trümpfe auszuspielen, um sich das gesamte Reich mit Gewalt und Hinterlist untertan zu machen. Nur Alice kann den grässlichen Jabberwock erschlagen, um der gruselig gütigen, weißen Königin wieder auf ihren angestammten Thron zu verhelfen. Na ja, man kennt das. Vor dem Happy End gibt's das übliche Inthronisierungsgetümmel, aber allein Johnny Depp und Mia Wasikowska sind die Schlacht wert.