Unknown Identity

Drama/Thriller, USA/Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Kanada/Japan 2010, 113 min

Wer Liam Neeson ist, wissen die meisten Kinofreunde ohnehin, wer allerdings Dr. Martin Harris ist, weiß offensichtlich nur noch Dr. Harris selbst, als er nach einem schweren Verkehrsunfall in einem Taxi aus einem mehrtägigen Koma ohne Papiere erwacht. Der US-Biologe (Liam Neeson) war ursprünglich mit seiner Frau (January Jones) zu einem wissenschaftlichen Kongress nach Berlin gereist, wo er einen wichtigen Vortrag vor ausländischen Kollegen halten sollte. Nun muss er zunächst einmal seine Frau suchen, die sich allein in einer Stadt befindet, die sie nicht kennt. Dr. Harris findet seine Frau, doch diese weiß, zu seinem Erstaunen, nicht wer er ist und ruft auch sogleich ihren Mann Martin (Aidan Quinn) hinzu, der zu allem Überfluss komplett seine Identität angenommen hat. Kurzerhand wird der verunfallte, der richtige Dr. Harris etwas unsanft des Hotels verwiesen. Martin versucht nun die Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) ausfindig zu machen, mit der er vor ein paar Tagen samt ihrem Fahrzeug in die Spree gestürzt war und die ihn unter hohem persönlichen Einsatz rettete. Dr. Harris gelingt es, sie in der Millionenmetropole ausfindig zu machen. Gina warnt Harris, dass üble Machenschaften am Kochen sind, und schon soll es für ihn noch dicker kommen, als es ohnehin bereits ist, und hat alsbald auch noch einen Killer (Stipe Erceg) an der Backe kleben. Auf der Hetzjagd durch die Hauptstadt versucht Harris mit Hilfe von Gina und einem ehemaligen Stasioffizier (Bruno Ganz) irgendwie hinter all die Ungereimtheiten zu kommen, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen. Langsam schwant ihm aber, was hinter all diesen Versuchen ihn zu beseitigen stecken könnte und die offensichtlich etwas mit seiner Vergangenheit zu tun haben.
Doch bis zur überraschenden Auflösung vergehen noch einige spannende Filmmeter, in deren Verlauf noch ein paar filmische Schmackadellen zum Tragen kommen. »Unknown Identity« ist ein packender Film aus der Schublade der Verschwörungsthriller, der etwas charmant an Polanskis »Frantic« erinnert. Wenn in solch einem Werk auch noch Liam Neeson schauspielerisch das Sagen hat, ist das Gütesiegel ohnehin schon vergeben.
Ray van Zeschau (frantic und Prädikat wertvoll)