Der Uranberg

Drama, Deutschland 2010, 88 min

Großes Kino zwischen persönlicher Tragik und gesellschaftlichen Verwerfungen erzählt »Der Uranberg«. Ein heute kaum noch bekannter Abschnitt der Weltgeschichte erkor unsere Heimat zu einem Brennpunkt des Kalten Krieges. Ausgerechnet hier bei uns im Erzgebirge entschied sich die Nachkriegsentwicklung, denn hier sollte das für das Atombombenprogramm der UdSSR benötigte Uran gewonnen werden. Zehntausende Arbeitskräfte werden angezogen und eine beeindruckende Infrastruktur entsteht. Gutes Geld, Schnaps, Essen und eine Perspektive im zerstörten Nachkriegsdeutschland ziehen neben Arbeitssuchenden auch Abenteurer an. Mit Zuckerbrot und Peitsche werden die Zielvorgaben umgesetzt, die Wismut, eine sowjetisch-deutsche Aktiengesellschaft, die 1950 ca. 100.000 Beschäftigte zählt, wird zu einem Staat im Staate, der erst 1989 abgewickelt wird. Eine ganze Landschaft verändert sich, Menschen werden an den geheimnisvollen Strahlen erkranken, aber auch ein privilegiertes Leben führen können.
Erzgebirge 1947. Der junge Bergarbeiter Kurt Meinel (Vinzenz Kiefer) kehrt aus dem Krieg in seine Heimat zurück. Er verliebt sich ausgerechnet in Lydia (Nadja Bobyleva), die Tochter des russischen Generalobersts Burski (Henry Hübchen), der die sowjetischen Pläne mit aller Härte umzusetzen hat. Eine gefährliche Liaison, denn bald eskaliert die Situation, als sie ins Zentrum einer Bergbau-Katastrophe geraten. Ihre heimliche Liebe steht vor einer Zerreißprobe, der Vater muss sich entscheiden zwischen dem Leben seiner Tochter und der Erfüllung seines Auftrags.
Dror Zahavi gelingt ein stimmiger und anregender Spielfilm, der ursprünglich fürs Fernsehen konzipiert, nun doch vorab ins Kino kommt. Liebe, Tragik und Heimatgeschichte, umgesetzt in großartige Bilder mit einer hervorragenden Dramaturgie. Mit einem überragenden Henry Hübchen in der Hauptrolle.