Cowboys & Aliens

Action, USA 2011, 114 min

Nu ja nu, geht doch! Obwohl so simpel, aber auf diese Idee ist, glaub ich, wenn man mal von »Sing Cowboy sing« absieht, noch keiner gekommen: Aliens im Wilden Westen! Wir befinden uns zum Beginn der 1870er Jahre, die Schlaghose muss noch 100 Jahre warten und ein Mann (Daniel Graig) findet sich inmitten der Wüste wieder ohne zu wissen, wie er da hingeraten ist, noch wer er eigentlich ist. Nur ein unidentifizierbares technologisch wertvolles Metallarmband ziert sein linkes Handgelenk, von dem er sich sicher ist, dass es weder das Backstagebändchen von Rammstein ist, geschweige denn, dass es überhaupt vorher dran war! Es dauert dann auch nicht allzu lang, bis die ersten berittenen Dumpfbacken mit der zu der Zeit weit verbreiteten kriminellen Energie auftauchen und unserem Protagonisten an die verlumperten Westernklamotten wollen. Da wird natürlich ratzbatz und ganz Neu-James-Bond like den Mordbuben der Garaus gemacht, dass es eine helle Freude ist. Nachdem er nun in den Besitz eines vierbeinigen Untersatzes gelangt ist, sucht unser Mann das nächste Westernnest auf, im dem er sogleich, wie es damals so üblich war, misstrauisch beäugt wird. In einem für die damalige Zeit üblichen Saloon wird die Reisende Ella (Olivia Wilde) auf ihn aufmerksam und versucht ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren, doch unser Mann kann sich natürlich an nix erinnern. Es dauert nicht lang und der Amtsträger Sheriff Taggart (Keith Carradine) und seine Mannen betreten das Wirtshaus und machen Nobody erstmal klar, dass er ein Gesuchter ist, auf den Namen Jake Lonergan hört und höchstwahrscheinlich mehr Feinde hat als Milliliter in seinem Whiskeyglas. Nach ein paar körperlichen Auseinandersetzungen hat es der Sheriff widererwartend geschafft James Bo…äh Jake festzusetzen und ihn an Colonel Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford, der sich erst gar nicht umgezogen hat), der ihn schon lange auf dem Kieker hat, ausliefert. Doch da beginnt plötzlich Jakes schmuckes Steampunkarmband zu blinkern und hastdunichtgesehen bricht aus der Dunkelheit kommend Roland Emmerich-mäßig das Inferno über die kleine Stadt. Nicht so groß wie in Independence Day, sondern eher den damaligen Größenverhältnissen im ländlichen Bereich angepasst. Da staunt der gemeine Westmann nicht schlecht, was hier so geht, und bei Jake scheint die Erinnerung zu klingeln, worauf ihm auch ein Ufo-Abschuss mit seiner Manschette gelingt. Da wir aber wissen, dass außer ET Aliens immer in der Mindestanzahl einer Patenbrigade aufschlagen, ist damit noch nichts erledigt. Jetzt geht es los, jetzt geht es rund und dem Eindringling Feuer unterm Arsch gemacht, dass keine Zeit mehr bleibt nach Hause zu telefonieren! … Na, wie das damals halt so üblich war.
Ray van Zeschau (Pferdeborger für Rik Battaglia)