John Carpenter's The Ward

Horror/Thriller, USA 2011, 85 min

Nach zehn Jahren Leinwandpause kehrt Horroraltmeister John Carpenter auf Selbige zurück. Eigentlich hatte man angenommen, Herr Zimmermann würde sich aufs Altenteil begeben, wo auch immer das bei ihm zu finden gewesen wäre, aber weit gefehlt! John Carpenter hatte noch mal Bock, Willi Schwabes Rumpelkammer durchzufeudeln. Rausgekommen ist der oldschoolische »The Ward«, der einfach schon erstmal dadurch sympathisch ist, dass er „nur“ in 2D gedreht wurde. Einige Plinsen werden jetzt sicherlich fragen, waas isnn 2D, Alda? … na, jedenfalls nichts zum Trinken, Du Plinse!
Irgendwo in Oregon brennt ein altes Farmhaus. Davor findet die Polizei die völlig neben der Kappe stehende Kristen (Amber Heard), die offensichtlich die Hazienda abgefackelt hat und nachweislich keinen Endorsmentvertrag mit der Zündholz Riesa GmbH nachzuweisen hat. Da man das Zurechtrücken von Kirstens Kopfbedeckung nicht gebacken bekommt, steckt man sie erstmal in eine psychiatrische Anstalt, die den Geist McMurphy zu atmen scheint und noch immer der alte Psychologenspruch „Klappern gehört zum Handwerk“ zu gelten scheint! Aber Kristen ist offensichtlich nicht zu helfen und kann sich einfach an nichts mehr erinnern. Dabei sind auch vier weitere derangierte junge Damen auf der Station nicht sehr von Nutzen. Doch Nachts scheint sich etwas durch die Gänge der Anstalt zu bewegen, was offensichtlich nicht der Wiedergang Schwester Ratched ist, denn die hatte immer pünktlich nach Schichtschluss das Objekt verlassen. Nein, hier ist etwas Böseres und Unfassbareres am Werk. Nach und nach gehen nun auch Kristens Mitinsassinnen den unangenehmen Weg des Hops. Jetzt heißt es aber schnell den Laden verlassen, bevor es zu spät ist, doch das Phantom kommt näher, und da als… und plötzlich… nein ich kann nicht, ich habe Angst! »Shutter Island« ick hör Dir trapsen ….knertschhhh, na, nu bin ich auch noch barfuß auf eine Nacktschnecke getreten!
Wer auf schön gemachten Oldschoolhorror mit einer Prise Modernismus steht, ist hier primstens aufgehoben. Dank an John Carpenter, dem es gelungen ist, die Uhr mal klein wenig zurückzudrehen.
Ray van Zeschau (prince of reviewness)