Hühnerdreck & Asche - Ein Besuch im Paradies

Dokumentation, Österreich 1998, 68 min

Die Tibeto-Burmesische Kultur wird konfrontiert mit der hochindustrialisierten Zivilisation Westeuropas.
Chayarsaba, ein abgelegenes Bergdorf in Nepal. Hier zu leben bedeutet hart zu arbeiten, um zu essen, den Vorvätern und Göttern zu dienen, die das Leben garantieren und vor Unheil schützen. Die Menschen dieses Dorfes zu Füßen des Himalaya sehnen sich nach einem „anderen Ort“, wo in ihrer Vorstellung Geld das Leben glücklich und Technik die Arbeit leicht macht.
Der Schamane und der Bürgermeister von Chayarsaba besuchen die „andere Welt“ in Wien. Dieses österreichische „Dorf“ ist kein Ort, wo Himmel und Erde enden, sie meinen, sie sehen das Paradies, wo es überall glänzt wie Spiegel, wo man soviel essen kann, wie man will, aber nicht sieht, woher das Essen kommt, wo man sitzt, um zu arbeiten und um sich zu bewegen, und wo alle Arbeit von Maschinen erledigt wird. Sie sind aber auch verwirrt über die Knochen der Toten, die aufbewahrt werden, über die Statuen in den Fenstern, die angezogen werden, aber keinen Atem besitzen, über die Dicken, die mit Maschinen ihren Schweiß und ihr Fett herauspressen.
„Der Film zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass Menschen einer uns fremden Kultur zu Wort kommen. Der 'Gag' des Films - der in Wirklichkeit zu einer subtilen Provokation unserer westlichen Kultur wird - ist 'der Besuch' zweier Nepalesen in Wien. Wir sind dank der Kamera dabei, wenn die beiden zum ersten Mal in ihrem Leben unsere Welt der Supermärkte, Kirchen, Schlachthöfe und Langzeitkrankenhäuser betreten.“
Karl Prossliner