Hugo Cabret

Drama, USA 2012, 126 min

Den Verlust des Vaters verkraften, ein Rätsel lösen, ein Leben retten und dabei ein Geheimnis lüften, … der kleine Hugo Cabret sieht sich etlichen schweren Aufgaben gegenüber, als reiche es nicht bereits, Tag für Tag die Uhren am Laufen zu halten, die das Bahnhofsgebäude vom Gare Montparnasse zieren. Obendrein muss er immer aufs Neue dem Bahnhofsvorsteher mit dessen grimmigem Dobermann entwischen, die dem obdachlosen Waisenkind Hugo unentwegt nachstellen. Hugos Vater, bis zu seinem Tod Uhrmacher, hatte ihn in die Geheimnisse der Mechanik ebenso eingewiesen wie in die Topographie von Montparnasse. Fast schwerelos gleitet er durch die schummrigen Gänge oder tanzt über rückende Zahnräder oder weicht riesigen Uhrpendeln aus. Gerade so, als sei er ein kleiner Nemo und der Bahnhof mit all den Luken, Rutschen und Verschlägen wäre sein Riff. Er ernährt ihn und beschützt ihn und er weist ihm schließlich auch den Weg zur Erfüllung seines größten Traumes. Der mysteriöse Automat, halb Roboter, halb Spielzeug, welchen sein Vater nicht mehr reparieren konnte, erwacht zum Leben, ausgerechnet, als Hugo auf Isabelle trifft, die um ihren Hals just den passenden Schlüssel trägt. Man merkt dem alten Grauhaar Scorsese seine diebische Freude an, seinen ersten 3D-Film über eine ausnahmslos mechanische Welt zu machen, wo man noch sehen kann, was ein Ding antreibt und wo selbst Illusionen noch von Hand gefertigt und aufgezogen werden. Im Mittelpunkt von Scorseses zwei Gedenkstunden aber steht Isabelles Großvater Georges, Georges Méliès, ein Filmpionier und Zeitgenosse der Gebrüder Lumière, der hier vor Ort seinen Spielzeugladen führt und mit dem irgendwie alles zusammenhängt, was diesen Film antreibt. Méliès flog bereits 1902 zum Mond, er war der erste große Träumer der Leinwand und gehört zu Recht noch einmal ins Licht gerückt.