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Traumfabrik

Drama, Deutschland 2019, 128 min

Das Filmstudio Babelsberg galt lange Zeit als Herd vieler internationaler und relevanter Filme. Doch in letzter Zeit ist es etwas still geworden um die Produktionsstätte nahe Berlin. Um so wunderbarer, dass sich Babelsberg jetzt wieder mit einem eigenen Film zurückmeldet: »Traumfabrik«. Die Geschichte preist die Liebe zu Studio-Produktionen und nutzt das Potenzial der Babelsberger Studios komplett aus. Der Film spielt im Jahre 1961. Auf dem DEFA-Gelände lernen sich der Statist Emil (Dennis Mojen) und die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) kennen. Doch mit dem Ende der Produktion müssen die beiden sich unweigerlich trennen. Um sie wieder in die DDR zu holen, beschließt er ein eigenes Drehbuch zu schreiben und sie für die Filmproduktion zu casten. Dafür überwindet er viele Widerstände, u.a. den DEFA-Generaldirektor Beck (Heiner Lauterbach) und die überraschende Grenzschließung. Die Geschichte ist entzückend und mit viel Herz erzählt, aber der Film wirkt noch besser, wenn man mehr über die Hintergründe weiß.
Der Produzent Tom Zickler, der seine Karriere bei der DEFA in Babelsberg begonnen hat, hat sich zusammen mit dem Regisseur Martin Schreier einen Film erdacht, der so opulent und bombastisch ist, dass er im Allgemeinen nur schwer zu realisieren wäre. So gibt es in dem Film nicht nur Elefanten, sondern auch große, durchchoreographierte Tanzszenen. Das alles war nur möglich, weil der Drehbuchautor Arend Remmers bei der Entwicklung der Geschichte schon die Babelsberger Studio im Sinne hatte und die Story dieser auf den Leib geschrieben hat. Mit der cleveren Verwendung anderer Sets und dem fantastischen Cast, mit der großartigen Emilia Schüle, welche man gern dabei beobachtet, wie sie sich durchs Leben tanzt, und mit den Schwergewichten Heiner Lauterbach und Michael Gwisdek, ist »Traumfabrik« großes, fantastisches Kino voller Gefühl und in prächtiger Hollywood-Manier inszeniert. Was für ein schönes Comeback für das Studio.
Doreen