Wer's glaubt wird selig

Komödie, Deutschland 2012, 101 min

Ein riesiges Plakat verkündet „Willkommen im Skigebiet…“ - zu sehen ist in der Realität nur Wiese. Zu hören ist Georg, er spricht von unterlassener Hilfeleistung Gottes, denn der Schnee bleibt schon seit Jahren weg. Wie hat sich nun die Geschichte zugetragen? Außer mit Gott hat das mit Sex, mit einer sehr, sehr katholischen Schwiegermutter und mit der Zukunft von Hollerbach zu tun. Georg (Christian Ulmen) redet nicht etwa als Erzähler aus dem Off, nein: Er erzählt diese wilde Geschichte dem Papst persönlich…! Eine Schlüsselszene war die, als zu Georgs großer Freude endlich mal wieder nachts im Bett mit der Gattin (Marie Leuenberger) was los war. Da passiert etwas wirklich Dummes: Das Kruzifix, vor dem die Frau Schwiegermama (Hannelore Elsner) gerade betet, stürzt herab, auf sie.
Nun kommt Georg auf die grandiose Idee, das Ableben der Schwiegermutter kreativ für die Rettung des Ortes zu verwenden: Daisy, gerade verstorben, soll als Heilige dem ehemaligen Skiressort zu Ruhm als Wallfahrtsort verhelfen. Davon die Dörfler zu überzeugen, ist natürlich nicht so einfach. Gegen die Bedenken des Bestatters argumentiert Georg: „Die Leut müssen leben, damit sie sterben können, dann hast auch du was davon.“ Schließlich sind alle überzeugt und einigen sich: „Für unser Dorf. Und für die Liebe. Und fürs Geld.“
Nun entsendet der Vatikan einen rechten Volltrottel zur Untersuchung nach Hollerbach. Da dieser aber damit seine letzte Chance erhält und nach einer Lebensmittelvergiftung noch das Bett hüten muss, schickt er wiederum heimlich seinen Zwillingsbruder ersatzweise vor. Der Bruder ist ein lustiger Lebemann, der sich mit den einschlägigen Ritualen und Redewendungen der katholischen Kirche ein bisschen schwer tut.
Das klingt alles ziemlich wild und ist es auch. Wie schon in den Vorgängern von Marcus H. Rosenmüller »Sommer in Orange«, »Die Perlmutterfarbe« und »Wer früher stirbt, ist länger tot« wird hier mit Lust fabuliert, ohne Rücksicht auf Verluste. Das macht Spaß und ist nicht gerade pc. Schauspieler wie Simon Schwarz und Fahrdi Yardim tummeln sich neben vielen anderen. Die Elsner als gefrorene Leiche, mit der alles Mögliche angestellt wird, ein Haufen engagierter aber pechverfolgter Männer, die versuchen Wunder zu simulieren und diese merkwürdigen Leute aus Rom, die sich so gar nicht benehmen, wie man es von Kirchenleuten vermutet hätte - man muss in diesem Film mit allem rechnen, darf aber keine religiöse Seriosität erwarten.
Petra Wille