Lone Ranger

Abenteuer/Western, USA 2013, 149 min

Nein keine Angst, Bully Herbig wurde nicht erschossen und Christian Tramitz reitet auch nicht allein durch die Prärie, um halblaue Schenkelburner an den indigenen Urmigranten zu landen. Ja, liebe Mädchen und Buben, Johnny Depp, der wohl coolschmuckste Raucher under the Sommersonne with really indian Wurzeln leinwandelt mal wieder mit neuem Filmwerk durch die Dresdner Kinolandschaft. Da man offensichtlich das Thema Jack Sparrow nicht bis zur Verrentung zu bemühen gedachte, wurden rasch das Genre und die Bewaffnung gewechselt. Raider heißt jetzt Twix und Gojko darf nicht mitspielen. Yes, a Western in the Kinohouse! Wir als Dresdner hatten natürlich 1959 nicht das nichtsozialistische Vergnügen, die amerikanische Fernsehserie »Die Texas Ranger« zu schauen, auf die sich unser hier vorliegender Film bezieht. Wobei die Serie wiederum auf ein amerikanisches Radiohörspiel aus den 30ern beruht …jaaaa aus den 30eeern und nicht aus den 1930ern! Da ich kein ?????? ????? bin, weiß ich, dass es 1930 noch kein Radio gab. Na, jedenfalls kamen das Piraten-Dreamteam Jerry Bruckheimer, Gore Verbinski und Johnny Depp auf die Idee, diese alte Kinderschmonzette frisch zu bebildern, die im Groben vom Radebeuler mit Hohenstein-Ernstthaler Migrationshintergrund versehenen Karl May geklaut wurde. Guter weißer Mann mit Indianerkumpel gegen das Böse der Welt oder zumindest in der näheren Umgebung. Ferdsch! Ursprünglich hatte besagter Lone Ranger, seines Zeichens Texas Ranger, die Hauptrolle inne und sein Freund Tonto war als Nebenrolle angelegt. Da Johnny Depp den Comanchen spielt, der nebenbei bemerkt sehr an Jack Sparrow erinnert, wird die Geschichte nachvollziehbarer Weise aber aus seiner Sicht erzählt. Es ist die Zeit des Eisenbahnbaus, als sich das Schienennetz gen Westen ausbreitet und Wohlstand und Fortschritt verspricht. Doch das schnellere und auch bequemere Beförderungsmittel verteilt ebenso rasch diverse Unholde, skrupellose Geschäftsmänner und anderes Gesindel im Lande. Als sich sechs Texas Ranger der Machenschaften eines gewissen Bartholomew „Butch“ Cavendish (William Fichtner) annehmen wollen, geraten diese in einen tödlichen Hinterhalt. Nur einer überlebt, Ranger (nun lone) John Reid (Armie Hammer), der von Tonto gerettet und gesund gepflegt wird. Als John wieder auf dem Damm ist, gilt es, das Verbrechen zu sühnen und Butch und anderen kriminellen Elementen das Handwerk zu legen. Fortan trägt John nun eine schwarze Jerry-Lott-like Augenbinde und nimmt mit Tonto das Gesetz in die eigenen Hände, um gemeinsam gegen Korruption, Habgier und Sozialabbau zu kämpfen, oder so ähnlich.
Ray van Zeschau