Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht
»Heimat« und Edgar Reitz stehen untrennbar für eine einzigartige und weltberühmte deutsche Chronik, die private und zeitgeschichtliche Perspektive in diesem Langzeit- und Monumentalprojekt verknüpft. Entstanden ist ein einzigartiges Filmwerk vor dem Hintergrund der turbulenten Geschehnisse des 20. Jahrhunderts im beispielhaft stehenden Hunsrück, das weit über Deutschlands Grenzen hinaus Anerkennung fand. Hervorzuheben ist besonders die neue Sichtweise, eine poetische wie realistische Annäherung an die deutsche Vergangenheit, wie sie sich in der Provinz abgespielt haben könnte.
Die bisherige Trilogie, die die Geschichte der Maria Simon, geb. Wiegand, und ihrer bäuerlichen Familie aus Schabbach von ihrem 19. Lebensjahr 1919 bis 2000 erzählt, erweitert Edgar Reitz mit seinem neuen Epos »Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht« um einen Rückblick auf das gar nicht so ferne und doch vergessene bitterarme Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Damals herrschten Hungersnöte, Armut und Willkürherrschaft, wanderten Hunderttausende aus Deutschland ins ferne Amerika aus. Auch Jakob, der im Mittelpunkt der Geschichte steht, versucht alles hinter sich zu lassen. Er liest jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, er studiert die Sprachen der Urwaldindianer, er entwirft Pläne für die romantischsten Abenteuer in den Wäldern Brasiliens und beschreibt seinen Aufbruch aus dem Hunsrück in einem erstaunlichen Tagebuch, das nicht nur seine Geschichte und seine Gedanken wiedergibt, sondern das Lebensbild einer ganzen Zeit.
Die Sehnsucht der jungen Menschen droht immer wieder zu zerbrechen - an der Unwissenheit der Zeit und an Krankheiten; an Tod und Naturkatastrophen, die über das Land hereinbrechen. Die Rückkehr des Bruders Gustav aus dem preußischen Militärdienst gibt den Anstoß für Ereignisse, die die Liebe zwischen Jakob und Jettchen jäh erschüttern und Jakobs Leben in eine völlig unerwartete Richtung lenken wird.
Edgar Reitz ist auch mit seinem neuen Film ein Ausnahmewerk gelungen, das auf dem Filmfestival von Venedig seine Weltpremiere feiert. Auf Breitwand gedreht, entstanden unter der Kamera von Gernot Roll gewaltige Bilder, die ein Hunsrückdorf aus dem 19. Jahrhundert lebendig werden lassen und den Zuschauer auf eine Zeitreise einladen. Detailversessen in Ausstattung, Szenenbild und Kostüm, unterstützt durch ein junges Schauspieler-Ensemble.
ak
Buch: Edgar Reitz, Gert Heidenreich
Regie: Edgar Reitz
Darsteller: Jan Schneider, Antonia Bill, Maximilian Scheidt, Marita Breuer, Rüdiger Kriese, Philine Lembeck, Melanie Fouché, Eva Zeidler, Reinhard Paulus, Barbara Philipp, Christoph Luser, Rainer Kühn
Kamera: Genot Roll
Musik: Michael Riessler
Produktion: Edgar Reitz Filmprod., Les Films du Losange, Edgar Reitz
Bundesstart: 03.10.2013
Start in Dresden: 03.10.2013
FSK: ab 6 Jahren