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Gipsy Queen

Drama, Deutschland/Österreich 2020, 113 min

Ali (Alina Șerban) stammt aus Rumänien. Ihr Vater hat sie zur Nachwuchsboxerin ausgebildet, zum Stolz ihrer Roma-Familie. Als sie das zweite Kind bekommt, wird sie von ihrer Familie verstoßen. Sie ist unverheiratet. Ali geht mit ihren Kindern nach Hamburg und hangelt sich von McJob zu McJob. Auf dem Kiez trifft sie Kneiper Tanne (Tobias Moretti), einen Box-Freak, der im Hinterzimmer seiner abgewrackten Stampe Kämpfe austragen lässt. Er erkennt Alis Talent und macht ihr ein Angebot. Das Training beginnt.
Regisseur Hüseyin Tabak (»Deine Schönheit ist nichts wert«) ringt dem bekannten Plot der weiblichen Rocky-Variante differenzierte Spielarten ab - und das ist ganz wörtlich gemeint. Bei Alina Serbans allein erziehender Romni und Tobias Morettis hanseatischem Kneiper und Boxtrainer sitzen jede Geste, jeder Wimpernschlag. Moretti lässt in jeder Sekunde spüren, wie sehr er es genießt, gegen den Strich besetzt zu sein und versprüht einen ungeheuer spröden Charme, unterstützt von einem phantastisch schlecht blondierten Vokuhila und punktgenauen Kiez-Outfits. Die aus Bukarest stammende Alina Serban spielte schon an der Seite von Benedict Cumberbatch und legt hier eine wahrhaft schlagkräftige Performance hin. Mit seinem Sportsgeist und Kiez-Charme ist »Gipsy Queen« auch ein politischer Film mit klarer Haltung zum Thema Migration.
Grit Dora