Originalfassung mit UT
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Winter in Sokcho

franz. und kor. OmU
Drama, Frankreich 2024, 105 min

Als es einen französischen Touristen in den verschneiten, koreanischen Badeort Sokcho verschlägt und dieser in der kleinen Pension absteigt, wo Soo-Ha (Bella Kim) als Zimmermädchen, Kellnerin und Köchin arbeitet, stellt die junge Frau ihr eigenes Bild von sich und ihrer Identität noch einmal vollkommen in Frage. Seit sie denken kann, gilt sie wegen ihrer Körpergröße und der europäischen Augen als Außenseiterin. Noch dazu ist sie aufgewachsen ohne einen Vater, denn der Franzose, so erklärt es seit Jahren ihre Mutter (Mi-Hyeon Park), habe Südkorea noch vor ihrer Geburt verlassen. Soo-Ha spricht die französische Sprache und begrüßt also den neuen Gast Yan Kerrand (Roschdy Zem), sie wird sich wegen der Sprachbarriere ein wenig um ihn kümmern müssen, er wird sie wegen Mutters Geschichte ein wenig gefangen nehmen. Und hoppla, tanzen also zwei Schneeflocken in einem leisen Wintergedicht. Das geheimnisvolle Exil des Franzosen entfacht die Fantasie von Soo-Ha, schnell sucht und findet sie seinen Namen im Netz und beobachtet heimlich sein Treiben. Yan Kerrand ist ein Comic-Autor, der wohl eine Auszeit nimmt, ein Künstler, der Material sucht oder Inspirationen sammelt. Er selbst hält sich da vage, nicht alle Gespräche zwischen den beiden enden mit klaren Antworten. Doch Eile verspüren sie nicht, der Winter dauert an. Sie ist Yans einziger Zugang zur koreanischen Kultur, von der er begierig alles wissen mag, und umgedreht ist es für Soo-Ha ebenso. Ohne sich es einzugestehen, hat sie sich doch nichts sehnlicher gewünscht, als ihre Zeit mit einem echten Franzosen zu verbringen. Einzig ihre Mutter mahnt zur Eile. Erinnert ihre Tochter an den koreanischen Teil ihrer Identität, welche Loyalität zur Mutter, eine anständige Hochzeit und hoffentlich eine Unterschenkelverkürzung vorsieht.
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