Originalfassung mit UT

Sinn und Sinnlichkeit

engl. OmU
Drama, USA 2026, 135 min

Der Roman „Sinn und Sinnlichkeit“ wurde schon oft in verschiedenen Versionen und Formaten verfilmt. Wie bereits »Emma« (ebenfalls von der britischen Autorin Jane Austen) bekommt Ang Lees 90er-Jahre-Film nun mit dem gleichnamigen »Sinn und Sinnlichkeit« einen modernen Begleiter, der Historizität und Originalität ebenso bewahrt. Nach dem Tod des Ehemanns stehen seine Witwe (Caitriona Balfe) und ihre drei Töchter beinahe mittellos da, denn ihr Zuhause fällt an den Halbbruder. Sie sind gezwungen, in ein kleines Cottage zu ziehen und unter ärmlicheren Verhältnissen als bisher zu leben. Während die jüngere Schwester Marianne (Esmé Creed-Miles) ein Freigeist ist und sich so stürmisch wie scheinbar unvernünftig verliebt, ist Elinor (Daisy Edgar-Jones) rational und hält den Haushalt zusammen. Als sie dem ebenso feinsinnigen wie zurückhaltenden Edward (George MacKay) begegnet, mag sie nicht auf die Liebe hoffen, auch wenn ihr Herz etwas anderes sagt. Die neue Verfilmung durch die britische Regisseurin Georgia Oakley (»Blue Jean«) stellt sich den großen Vorbildern und versucht nicht, den Stoff unnötig oder übertrieben zu modernisieren. Die Liebe zum Original und dessen wunderbar ausgeformten Charakteren merkt man auch diesem Film an. Dabei wurden die Rollen vor allem mit britischen Darsteller:innen besetzt. Der Clou in der Besetzung ist Daisy Edgar-Jones als Elinor, die schon in anderen Filmen mit ihrem feinen Spiel auffiel und jede winzige Gefühlsregung ohne großes Aufsehen spielen kann. Hinzu kommt ein gelungenes Gewand, das Freunde der Regency-Ära durch Serien wie »Bridgeton« ebenso beglückt wie Fans von Jane Austen. Oakley gelingt mit »Sinn und Sinnlichkeit« ein gleichwertiges Werk, das der Vorlage treu bleibt und einen etwas moderneren Blick besonders auf die Frauen eingebaut hat, aber vor allem großes Kino ist.
Doreen